Video: Was ist eine Schleimbeutelentzündung?

Prof. Dr. Thorsten Gehrke: 

Eine Schleimbeutelentzündung oder im Fachbegriff auch Bursitis genannt, ist eine Entzündung der Schleimbeutel.


Eine Schleimbeutelentzündung oder im Fachbegriff auch Bursitis genannt, ist eine Entzündung der Schleimbeutel. Schleimbeutel werden immer dort angelegt von der Natur, wo Knochenvorsprünge vorhanden sind. Die sollen die umgebene Struktur, die Haut und die Muskeln und auch Sehnen vor diesen Knochenvorsprüngen schützen. Und deswegen sind über diesen Knochenvorsprüngen zwischen der Haut oder den Sehnen und dem Knochen Kissen, Puffer angelegt. Diese Puffer sind unsere Schleimbeutel. Schleimbeutel sind ähnlich aufgebaut wie Gelenke. Sie bestehen aus einer Schleimhaut, die permanent eine Flüssigkeit produziert und das sind also flüssigkeitsgefüllte Kissen, die uns schützen vor Drucksituationen durch den Knochen, der darunter liegt. Das Besondere ist nun bei diesem Schleimbeuteln, dass sie bei Überlastung, d.h. bei zu großen Druck gegen den Knochen einen Reizzustand entwickeln können. Diese reagieren auf diese permanente Überlastung mit einer Entzündung und diese Entzündung schmerzt . D.h. der Schleimbeutel kann nicht mehr seine Funktion erfüllen, er verliert die Elastizität in diesem entzündeten Zustand. Er kann also das umgebene Gewebe nicht mehr schützen und vor allen Dingen, es tut gemein weh. Ein typisches Beispiel für eine Schleimbeutelentzündung sind die Schleimbeutel über dem Kniegelenk. Wir alle wissen, dass wir vor dem Kniegelenk einen Knochenvorsprung haben, unsere Kniescheibe und diese ist beispielsweise über einen Schleimbeutel durch Druck von außen geschützt.
Wenn man aber jetzt zu viel kniet, ein klassisches Beispiel dafür sind Fliesenleger. Die entwickeln typischerweise, das ist sogar eine anerkannte Berufskrankheit, Schleimbeutelentzündungen vor dem Knie/ Kniescheibe.
Das sind also Dinge, die durch Überlastung entstehen, ganz selten kann es mal sein, dass Bakterien in so einen Schleimbeutel hineingelangen und so eine bakterielle Infektion auslösen. Das muss dann sofort entsprechend behandelt werden.
Die Therapie einer Schleimbeutelentzündung hängt immer vom Ausmaß der Entzündung ab und auch von der Dauer der Entzündung. Wie lange besteht diese Entzündung. Eine Schleimbeutelentzündung, die akut aufgetreten ist, die einfach nur mal so auftritt und schmerzhaft ist, kann man einfach durch Ruhe, durch Entlastung also beispielsweise beim Knien, das Knien vermeiden, behandeln und zusätzlich noch ein antientzündliches Medikament geben. Aus dieser Gruppe, die jeder kennt, Voltaren oder Ibuprofen. Das ist eine Wirkstoffgruppe, die dabei sehr sinnvoll eingesetzt werden kann, um eben diese Entzündung zu unterdrücken.
Chronische Schleimbeutelentzündugen, die über längere Zeiträume, Monate bis hin zu Jahren bestehen, die muss man teilweise operativ entfernen. Ein Zwischenstadium ist immer noch, das ist ein Versuch zwischen der rein nicht operativen und der operativen Therapie, Kortison in diese Schleimbeutel in diese Schleimbeutel hinein zu spritzen. Kortison soll diesen beruhigen und häufig nützen 2-3 Kortisoninfiltrationen, um die dann auch dauerhaft zu beruhigen.
Es gibt eine einzige Besonderheit, in der immer operiert werden muss, das ist die sog. septische Schleimbeutelentzündung, d.h. dass durch Öffnungen der Haut Bakterien in diesen Schleimbeutel gelangt sind und zu einer eitrigen Entzündung, nicht zu einem Reizzustand, sondern zu einer richtigen Infektion, einer eitrigen Entzündung führen und die muss immer sofort behandelt werden, indem man den Schleimbeutel herausschneidet und entfernt.

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